Die Sage vom Wildemaus-See

1217Vor vielen Jahrhunderten, da sah es hier noch ganz anders aus.

Da, wo heute ein See ist, stand eine mächtige Burg.

In dieser Burg wohnte der geldgierige Graf Plantus. Der Graf verbarg in den Kellergewölben einen riesigen Goldschatz, den er von seinen Dienern bewachen ließ. Diese jagten auch die vielen Mäuse, die sich zwischen dem Schatz tummelten.

Doch, einmal entkam eine kleine Maus der Falle der Jäger. Sie irrte orientierungslos in dem Keller umher. Das Tierchen buddelte in jeder Bodenritze, das es fand auf der Suche nach einem Fluchtweg.

Nach einigen Tagen stieß sie Maus auf einen Korken, der in einem Stein steckte.

Der Korken duftete nach Wasser und da die kleine Maus weder etwas zu fressen noch zu trinken gefunden hatte, fing sie an, den Korken anzunagen. Sie hoffte, an das Wasser heranzukommen, das sich hinter dem Korken verbergen musste.

Sie nagte so lange an dem Korken, bis dieser plötzlich aus dem Stein heraussprang. Eine riesige Fontäne sprühte in die Schatzkammer und die kleine Maus wurde weggespült. Das Wasser sprühte und drängte aus dem Loch, setzte das gesamte Kellergewölbe unter Wasser, überschwemmte die ganze Burg. Es füllte auch die riesige Bodenmulde, in der die Burg lag, zu einem großen See.

Das Wasser stieg noch weiter über den Rand der Mulde und verwandelte die Umgebung in eine riesige Moorlandschaft.

Irgendwann hörte das Wasser endlich auf zu steigen. Der Wildemaus-See war entstanden. Er liegt heute da, wie schon vor Jahrhunderten, so harmlos und ruhig.

Seit damals wird erzählt, man habe kurz nach dem der Wasserstand seine heutige Grenze erreichte eine kleine Maus beobachtet, die sich an einen Korken klammernd ans Ufer rettete und wegrannte.

img_7112Der Wildemaus-See liegt noch immer wie verloren in Moor und wilder Heide.

Du kannst hingehen und ihn suchen.

Wenn du nachts beim hellen Mondschein dort vorbeikommst, könnte es dir geschehen, dass du die Turmspitze der alten Burg aus dem Wasser herausragen siehst.

Stefanie C. Pier, im Dezember 2016

 

(c) Foto: Stefanie C. Pier

 

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