Die unverletzte Seele

Wie man einen neuen Weg beschreitet aus der inneren Sicherheit heraus

Die unverletzte Seele

Die unverletzte Seele

Der Mensch hat vom ersten Tag seiner Existenz verschiedene seelische Urbedürfnisse, die für die Seele so wichtig sind, wie für den Körper, die Luft zum atmen. Werden diese Urbedürfnisse nicht erfüllt, entwickelt man unbewusst ein Verhalten, um dieses Bedürfnis auf andere Weise auszugleichen.

Auf der Welt willkommen sein

Dazu zählen Bedürfnisse wie, das Recht auf der Welt willkommen zu sein, das Recht geachtet und geliebt zu werden, wertvoll zu sein, um nur einige zu nennen. Aus nicht erfüllten Urbedürfnissen, entsteht ein Kompensationsverhalten, womit wir uns diese Bedürfnisse zu befriedigen suchen. Dafür genügt unter Umständen bereits eine einzige traumatische Erfahrung, die nicht richtig aufgearbeitet wurde. Vielleicht trägt man allen die Welt vor die Füße, weil man im Grunde genommen immer das Gefühl hat, sonst nicht geliebt zu werden. Jemand der sich auf der Welt nicht willkommen fühlt, grenzt sich unbewusst selbst aus oder man orientiert sich an anderen, weil die Selbstwahrnehmung nur auf Meinungen anderer basiert. Man merkt manchmal garnicht, das man sich nur am Aussen orientiert, um innere Sicherheit zu erhalten, die nicht existiert. Das man von bestimmten Menschen Liebe, Beachtung und Achtung haben möchte und dafür bereit ist alles zu tun. Selbst Dinge, die die Achtung vor dem eigenen Selbst noch weiter herabsetzen. Da ist nur das Gefühl als Hinweis, das Verletzung, Wut, Angst oder Hass ausdrückt. Und da ist der Gedanke, der dich entweder positiv oder negativ beeinflusst und dich in eine Spirale an weiteren Gedanken zieht. Der Gedanke der dich Opfer oder Täter sein lässt. Aber als Opfer oder Täter kommst du nicht aus der Spirale heraus. Als Seele in den Wellen des Seins jedoch gehört jede Erfahrung zum Wachstum des Bewusstseins.

Der Weg aus dem Kreislauf

Deshalb ist Achtsamkeit so wichtig für einen Weg aus dem Kreislauf der Geschichten und Emotionen heraus. Jedes Opferverhalten hat einen Gewinn. Welchen Gewinn ziehst du daraus und welche seelischen Bedürfnisse- sei es Anerkennung, Liebe oder Achtung-  stehen dahinter ? Finde einen Weg, diese aus deiner Seele heraus zu befriedigen. Wenn du dich als Täter fühlst, gehört das volle Anerkennen der Situation,  die Beweggründe für dein handeln und – was manchen schwer fällt, Vergebung sich selbst gegenüber – zu einem wichtigen Punkt.  Was es auch ist, es bleibt oft nur das anerkennen und akzeptieren wie es sich dir darstellt und das Anklagen fallen zu lassen.

Akzeptieren ist hier nicht gleichbedeutend mit gut heißen. Es bedeutet, wenn ich mich gegen etwas wehre, es weg haben will, weiter anklage, dann bleiben wir in dem Problem gefangen. In dem was uns schmerzt. Wenn wir loslassen und erkennen, was wir davon haben, dann macht es eine Veränderung hin zu etwas Neuem möglich.

Die unverletzte Seele leuchtet!

Die unverletzte Seele leuchtet von innen heraus. Sie versprüht ihre Einzigartigkeit ungebremst und macht sich keine Gedanken darüber, ob sie jemand blöd findet. Sie ist eben wie sie ist- einzigartig! Sie betritt geleitet von Innen aus dem profunden Gefühl für den nächsten Schritt neues Terrain.

Wenn wir etwas neues probieren, sind unsere Ängste oft unsere Gegenspieler. Sie zeigen uns wo ein Mangel herrscht. Sie sind nur ein Hinweisschild, das du nicht ignorieren solltest. Denn aus dem Mangel heraus entsteht nur neuer Mangel. Die Angst bewältigen heißt, alles was die Angst dir sagen will akzeptieren, das es da sein darf. Denn nur so, kannst du deinen Mangel anschauen. Deinen Mangel an Vertrauen in dich, in deinen Weg. Und so kannst du dir in kleinen Schritten erlauben zu vertrauen. Stück für Stück dich deinem Ziel nähern, immer so viel, wie dein inneres Gefühl es erlaubt. Dich langsam hineinwagen in das Neue. Und wenn dir ein solcher Mangel bewusst wird, dann magst du erkennen wo du ihn das erste Mal gefühlt hast. Du hast mit jedem neuen Tag die Möglichkeit zu sagen, damals war es so, aber heute bin ich mir bewusst, ich bin mir dieses Mangels bewusst und ich bin ein toller Hecht. Ich finde das ich es verdient habe auf der Welt willkommen zu sein, ganz und gar hier heiße ich mich selbst willkommen. Und du kannst  dir erlauben, dich vor dich als Kind oder Erwachsener stellen und dir genau die Anerkennung geben, die dir damals in dieser Situation verweigert wurde.

Möglicherweise, wird manchem von meinen Lesern der tolle Hecht bereits im Halse stecken bleiben, bei dem Gedanken, man sei tatsächlich etwas wunderbares. Selbstliebe bedeutet auch, sich selbst vergeben zu können. Es bedeutet nicht Egoismus pur. Es bedeutet ganz und innerlich geheilt zu sein.  Denn nur wer heil ist, kann auch anderen geben. Jemand der keinen Selbstwert hat, kann auch anderen nicht vermitteln das sie wertvoll sind. Jemand der sich selbst nicht liebt, kann auch die Liebe anderer nicht wirklich fühlen.

Nimm den tollen Hecht als Anlass, dich diesem Hecht zu nähern. Dich als das wunderbare, einzigartige Wesen zu erkennen, das du wirklich bist. Die Selbstanklagen zu verzeihen – authentisch! Das ist nicht egoistisch, das bedeutet sich zu erlauben zu heilen. Erlaube dir zu erkennen, das all das Negative, das andere vielleicht verursacht haben, aus einem inneren Mangel entstanden ist und das Leben nicht nur aus den sonnigen Seiten besteht, weil erst dieser Wechsel Wachstum erlaubt. Erlaube dir zu sehen, das auch das was dir angetan wurde, auf den selben Regeln basiert. Niemand ist ohne Päckchen. Wir alle haben in irgendeiner versteckten Ecke eine verletzte Seele, die in uns einen Mangel hervorruft. Leben das nur statisch unverändert schön ist, ist nämlich wie ein Bild. Es bewegt sich nicht. Bewusstsein wächst, wenn es angeregt wird. Und Leben ist im Grunde genommen angeregtes Bewusstsein pur. Aber ich behaupte, es war nie so gedacht, das wir darunter leiden sollten, das Leid verursachen wir durch unsere Sichtweise. Dem Gefühl nicht willkommen zu sein, dem Gefühl nicht geliebt zu werden, dem Gefühl nicht genug zu sein. All diese Mangelzustände haben den Ursprung in dir selbst. Unsere eigenen Begrenzungen und Kompensationen von seelischen Mangelzuständen  sind es, die zu großem Leid führen.

Der Weg zur heilenden und balancierten Seele führt über das Anschauen dieser Mangelzustände und das bewusste Ziel einer neuen Ausrichtung. Über den Willen dir das selbst auch zu geben, dort wo du es gebraucht hättest. Beobachte deine negativen Gefühle, die Gedanken die entweder zu Wachstum oder aber zu Änsten führen.

Beobachte und entscheide jeden Moment neu, ob du weiter der Trübsal folgst oder dir erlaubst jetzt das was dir widerfährt als Chance auf Wachstum zu sehen. Und so findest du auch den Weg neues Terrain zu beschreiten, ohne in Panik zu verfallen. Eine Entscheidung in der dein ganzes Wesen leidet, ist noch nicht reif, entschieden zu werden, weil du dir die dort stehenden Ängste und Begrenzungen noch nicht richtig angeschaut hast. Eine Entscheidung getragen aus dem was dir wichtig ist und aus dem tiefen Bewusstsein heraus, das es im Herzen genau so sein soll, zu erkennen das man auch in Liebe und Vertrauen Altes loslassen kann und darf, ist eine stabile Entscheidung, die gefüllt ist von bewusstem Sein.

Aynara Garcia, im April 2016

Bildrecht: S.Garcia Burgos 2015

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Ein Gedanke zu “Die unverletzte Seele

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