1. Dezember

1. Dezember

1. Dezember

Die besinnliche Zeit des Jahres ist angebrochen. Doch worauf besinnen wir uns eigentlich? Stoffschildkröte Lise (Adventsexpertin) und ich, wir laden Dich heute zur Besinnung auf „Die kleinen Wunder des Alltags“ ein. Mit ihnen beginnt mein Adventskalender-Mitmach-Buch „Die Geschichte von dem Jungen, der die Welt verbessern wollte“. Am Morgen gibt es stets das erste von zwei „Lesesäckchen“, in dem Lises Schildkröten-Weisheit und Besinnungs-Idee für den Tag stecken.

Die kleinen Wunder

Die kleinen Wunder

Am Abend wartet das zweite „Lesesäckchen“ auf Dich: ein Kapitel der spannend-besinnlichen Fortsetzungsgeschichte von dem Jungen, der die Welt verbessern wollte. Die Fragen am Ende des Kapitels kannst Du für Dich im Stillen beantworten oder sie gemeinsam mit Deiner Familie oder Freunden besprechen.

Ein Gute-Laune-Brot
und ein Briefkasten, der sprechen kann

Die Geschichte beginnt in einem Dorf, das gerade mal so groß war, dass es eine eigene Zeitung für die Bewohner gab. Diese Zeitung hieß Das Dorfblatt und der Mann, dem die Zeitung gehörte, hieß Dennis. Da es in der kleinen Ortschaft zwei Männer mit diesem Namen gab, wurde der Zeitungsherausgeber von allen Dorfblatt-Dennis genannt. So konnte man die beiden nicht verwechseln.

Obwohl dies nicht die Geschichte von Dorfblatt-Dennis ist, die erzählt werden soll, beginnt sie mit ihm, denn er spielt eine ganz besondere Rolle darin.

Als Dorfblatt-Dennis an diesem Morgen aufstand, ahnte er nicht, dass der Tag mit einem kleinen Wunder beginnen und mit einem großen Wunder enden sollte. Das kleine Wunder geschah am Frühstückstisch.

«Da hol mich doch der Wichtel! Das ist das leckerste Brot, das ich je gegessen habe», sagte er zu sich selbst, denn er frühstückte allein. «Da hol mich doch der Wichtel!» sagte er immer, wenn er etwas nicht fassen konnte. Das war in diesem Fall der wunderbare Geschmack der neuesten Brotsorte von Bäckermeisterin Rita Roggenbrot. Das Brot bereitete ihm gute Laune und passend dazu hieß es auch noch Gute-Laune-Brot.

«Haha, hihi, hoho», lachte Dorfblatt-Dennis, «Gute-Laune-Brot – das ist genial! Es macht mir wirklich gute Laune. Das gibt es doch nicht: ein Brot, das gute Laune macht – darüber muss ich berichten.»

Eine halbe Stunde später stand er in der Bäckerei von Rita Roggenbrot.

«Ich freue mich sehr, dass Ihnen mein Brot so gut schmeckt», strahlte die Bäckermeisterin, «doch berichten Sie nicht über mich und mein Brot, sondern lieber über den Mann aus dem Kastanienweg 17. Ohne ihn hätte ich das Gute-Laune-Brot nie gebacken.»

«Der Mann aus dem Kastanienweg 17?! Seit Tagen redet jeder im Dorf über ihn und immer im Zusammenhang mit einem kleinen oder gar einem großen Wunder», stellte Dorfblatt-Dennis erstaunt fest. «Ich muss sofort in den Kastanienweg 17. Darüber muss ich berichten. Ich bin doch schließlich der rasende Reporter unseres Dorfes.»

Er drehte sich so flink um, dass ihm die Mütze vom Kopf wehte. Rita Roggenbrot lachte herzhaft: «Mal schauen, was Sie noch alles sein werden, wenn Sie bei ihm gewesen sind.»

«Wie meinen Sie das?», fragte Dorfblatt-Dennis, während er seine Mütze aufhob.

«Das werden Sie schon sehen», verabschiedete die Bäckerin ihn und gab dem erstaunten Reporter ein weiteres Rätsel mit auf den Weg.

Dorfblatt-Dennis war eine ganze Weile nicht mehr im Kastanienweg gewesen. Es war nämlich eine Sackgasse, in der nur wenige Häuser standen und seit langem nichts geschehen war, worüber er hätte berichten können. Das Haus mit der Nummer 17 war das letzte Haus in der Straße. Jahrelang hatte es leer gestanden. Die bislang einzige Bewohnerin des eigenartigen Häuschens am Ende der Sackgasse war Oma Mathilde gewesen. Nach ihrem Tod hatte niemand in das Häuschen einziehen wollen, denn es war nicht nur winzig klein, sondern auch windschief.

Dorfblatt-Dennis staunte, als er direkt vor dem Gebäude angekommen war. Sein neuer Besitzer hatte das Häuschen sonnengelb und die Fensterläden kunterbunt gestrichen. Der kleine Garten, der das Gebäude umgab, sah aus wie ein Abenteuer-Gelände, auf dem man einiges entdecken und Spaß haben konnte.

«Da hol mich doch der Wichtel!», entfuhr es ihm beim Anblick der kleinen Oase.

Lachend kam ein junger Mann hinter dem Mäuerchen, an dem das grüne Eingangstor befestigt war, hervor: «Der Wichtel bin ich nicht, aber gerne hole ich Sie zu mir ins Haus. Herzlich willkommen!»

Der junge Mann reichte Dorfblatt-Dennis die Hand und schüttelte sie lebhaft, während sich beide Männer einander vorstellten. Bevor sein Besucher eintreten sollte, hatte der neue Dorfbewohner jedoch eine Bitte an seinen Gast: «Könnten Sie mir noch einen Gefallen tun und diesen Zettel in meinen Briefkasten werfen? Ich habe den Kasten gerade fertig gebaut und wollte schauen, ob er funktioniert. Sie finden den Briefkasten-Schlitz in dem Mauerpfosten.»

Dorfblatt-Dennis war schon wieder verwundert – einen Briefkasten hatte er noch nie auf seine Funktion getestet, doch er nahm seine Aufgabe bereitwillig an. Als er die Briefkastenklappe öffnete, bemerkte er, dass eine bunte Papageienfigur auf dem Mauerpfosten stand. Mit dem Anheben der Briefkastenklappe öffnete sich gleichzeitig der Schnabel des Papageis. Belustigt legte Dorfblatt-Dennis das Blatt Papier in den Kasten und schloss die Klappe wieder. Mit ihr schloss sich der Papageienschnabel und der bunte Vogel krächzte ein «Dankeschön!», das die beiden Männer zum Lachen brachte.

«Klasse, es funktioniert!“, rief der junge Mann begeistert. «Sicher wird der Briefträger genauso lachen wie wir. Das ist übrigens Pepe Papagei. Er wird in den nächsten Tagen noch ein Namensschild bekommen. Wie viel Freude in den kleinen Dingen des Lebens steckt – das macht mich jeden Tag glücklich. Treten Sie ein, in mein kleines Paradies!»

Dorfblatt-Dennis strahlte über das ganze Gesicht. Der junge Mann gefiel ihm. Gerne folgte er seinem Gastgeber in das windschiefe sonnengelbe Häuschen. Er ahnte dabei, dass den kleinen Alltagswundern ein großes Wunder folgen könnte. Er spürte, dass augenblicklich etwas Besonderes in seinem Leben geschah.

Bevor wir uns morgen dem großen Wunder zuwenden, das Dorfblatt-Dennis tatsächlich erleben durfte, bleiben wir noch bei den kleinen Wundern des Alltags – um genau zu sein: bei Deinen ganz persönlichen Alltagswundern.

  • Hast Du heute die zahlreichen kleinen Alltagswunder wahrgenommen, die das Leben für Dich vorbereitet hatte?
  • Hast Du Dich über etwas so sehr gefreut, dass Du es nicht fassen konntest?
  • Hast Du im Laufe des Tages vielleicht sogar selbst ein Wunder bewirkt?

Ich hoffe, Du hattest eine kleine besinnlich-inspirierende Adventsreise J. Falls Du Lust auf mehr hast: „Die Geschichte von dem Jungen, der die Welt verbessern wollte“ ist überall im Handel erhältlich und über Deinen Besuch auf meiner Homepage www.karin-schmitt.eu freue ich mich sehr.

 

Karin Schmitt, im Advent 2015

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Ein Gedanke zu “1. Dezember

  1. Zuckersüß und mit einem Schuss Weisheit vermischt, eine schöne Kombination. Vielen Dank, liebe Karin, für das Lächeln, das Du gerade auf meinen Mund gezaubert hast, auf seine Art auch ein kleines Wunder…

    Liebe Grüße, Pirandîl

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