Im Spiegel der Weltpresse

Ja, die Überschrift ist ein klein wenig übertrieben. Trotzdem sind wir stolz darauf, dass ARS wieder einmal in der Presse erscheint. Das Rheingau-Echo hat über uns geschrieben.

Kürzlich gab es im Weingut Hans Lang in Eltville-Hattenheim eine Lesung unter der Überschrift

In vino poetas

Harald Andres

Harald Andres – Fotos: Christian Drywa

Sechs ARS-Autoren hatten vom Wein inspirierte Texte geschrieben und trugen diese vor dem Rheingauer Publikum sehr erfolgreich vor. Harald Andres sorgte für die musikalische Umrahmung. Kürzlich haben wir darüber in diesem Blog berichtet: LINK.

 

 
Hier noch einige Impressionen des Abends in einer Collage von Franziska von Schleyen:

In vino poetas - Collage

In vino poetas – Collage: Christian Drywa

 

In vino poetas

Weinprobe im Weingut Hans Lang / Urban Kaufmann

Weinprobe in sechs Akten

In vino poetas

In vino poetas

Am Sonntag, den 22.11.2015 luden Eva Raps und Urban Kaufmann, die neuen Eigentümer des Weinguts Hans Lang in Hattenheim/Rheingau, zu einer Weinprobe mit Lesung der ARS Autoren RheinMain Stammtisch ein.

Der Abend wurde charmant eröffnet von Franziska von Schleyen und Yvonne Pioch, die die zahlreichen Gäste willkommen hießen und die Geschichtenleser sowie den Musiker Harald Andres vorstellten. Franziska von Schleyen fesselte die Zuhörer mit ihren Momentums, kurzen Erzählungen und Gedichten über ihre Eindrücke vom Leben.

Eigener Herd ist Goldes Wert

Zu den Leckereien, die auf den Tischen für die Zuhörer bereit standen, gesellte sich der erste Wein, ein Grauburgunder, der in der Fantasy – Geschichte „Eigener Herd ist Goldes Wert“ von Agga Kastell ein Rolle spielte. Anfragen aus dem Publikum, wo denn ein solcher Herd zu erwerben wäre, spiegelten wieder, dass der schwarze Humor der Autorin gut ankam.

Harald Andres

Harald Andres

Zwischen den Vorträgen spielte und sang der Musiker Harald Andres bekannte und selbstgetextete Songs und gab so den Gastgebern, Eva Raps und Urban Kaufmann, Gelegenheit, ihre Gäste zu bewirten und die nächste Weinsorte auszuschenken.

 

Rainer Franke

Rainer Franke

Bin schon da

Die Geschichte von Rainer Franke rankte sich um den Wein Wilhelm Tell, um das Miteinander von Mann und Frau und die Schwierigkeiten, die sich dadurch ergeben. Seine humoristischen Anspielungen bewiesen durch reichlich Lacher, dass diese Situationen dem Publikum nicht unbekannt waren.

Die Legende vom Wisselbrunnen

Meddi Müllers Geschichte handelte von dem einstigen Fischer Nabur Faukmann, der so entschlossen war, Wein anzubauen, dass er sogar den Gott Thor damit herausforderte. Er lieferte den amüsierten Rheingauer Weintrinkern endlich die Sage, wie es zur Entstehung des Wisselbrunnens kam.

Weingeister

Düster und blutrot wurde es mit Robert Maiers mysteriöser Erzählung um einen mordenden Weingeist, der im Spätburgunder Quartier genommen hatte. Die drei Toten in seiner Geschichte konnte der geneigte Zuhörer nur durch den Genuss von würzigem Appenzeller und köstlichen Wildschweinfrikadellen verkraften.

Keith - Titelbild

Keith – Titelbild

Keith. Aus dem Leben eines Steins

Yvonne Pioch berichtete von einem Stein, dessen trostloses Dasein aufgewertet wurde, als er sich als Kunstwerk wiederfand. Wie er die Welt der Menschen erkundete, ein Heim fand und sich betrank, fand bei den Gästen viel Anklang.

 

atmosphärisch

atmosphärisch

Dank der unterschiedlichen Genres der Geschichten fühlte sich jeder Zuhörer gut unterhalten. Der gute Wein und die exzellente Bewirtung der Gastgeber trugen dazu bei, den Abend zu einem rundum gelungenen Erlebnis zu machen. Einen herzlichen Dank an alle, die dazu beigetragen haben.

 

Agga Kastell, im November 2015

Fotos: Agga Kastell

Nebel 2015

an der golden gate bridge

an der golden gate bridge – Foto Jenniffer Hilgert

an der golden gate bridge

ich dachte, ich lief befreit vom enggeschnürten gurt der masse, folgend deinem ruf,
den pass hinauf. als ich früh am morgen glaubte, ich sei allein mit dir hier oben, erkannte ich, es gibt noch mehr. wir sind zusammen, der grund bist du, auf der
empore sind wir gleich. ich stiert erst selig mit den andern. sah dich an, aus der perspektive eines kastens und lichtete dich mit mir darin. dann wechselte ich
die sicht auf dich, gleich dreimal, wobei du nur starr und stumm mit dir da unten stehenbliebst. keine spur von interesse, kein wechselspiel, kein ich, kein du. nichts
übrig von dem was zauber kann. und eigentlich, so wie gedacht, sah ich dich an. und sah dich eigentlich nicht. während den anderen längst der geformte blick auf dich genügte, schenktest du mir einen moment, und das umsonst, für eine weile. weiter …

Dezembernebel

Der Tag ist grau und dunkel, weit schauen kann man nicht,
denn dichte Nebelschleier, versperren dir die Sicht.
Jeder Schritt ein Knall auf dem schlüpfrigen Asphalt
der schaurig zwischen hohen Häusern widerhallt.

Unmerklich kriecht die Kälte in alle deine Glieder,
jetzt nur ganz schnell nach Hause, und in die Wärme wieder.
Die Stimmung ist gedrückt, bereits seit vielen Tagen,
warum jedoch, das weißt du nicht genau zu sagen.

Du denkst an Sonnenstunden, die draußen du verbracht,
du hast dich frei gefühlt, gesungen und gelacht.
Die Welt war voller Freude, und du warst mittendrin.
Wo sind bloß all die wundervollen Gefühle hin?

Doch eine sanfte Stimme, spricht leise in dein Ohr:
„Du kannst sie wieder holen!“ Stell dir doch einfach vor
wie helle goldne Strahlen streicheln dein Gesicht,
sie hüllen dich in ihren Glanz, spürst du das denn nicht?

Lass allen Unmut fliehen,
schwarze Gedanken ziehen
denn dann kannst du das Licht in all seinen Farben sehn
Als einen Regenbogen, ist das nicht wunderschön?

 

Susanne Esch, im November 2015